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Fallstudie

Einar 201 bei Novatec Pagani: Erfolgsfall mit HDPE-Spritzguss

Fallstudie bei Novatec Pagani: Additiv Einar 201 bei 0,8% in HDPE erzielte –10°C Zylindertemperatur, –20% Stromaufnahme, vollständige Eliminierung von Schwarzstreifen und gleichmäßige Farbdispersion beim Spritzguss.

Einar 201 bei Novatec Pagani: Erfolgsfall mit HDPE-Spritzguss
17. Juli 20245 Min. LesezeitOriginalquelle

Einar 201 bei Novatec Pagani: –10°C Zylindertemperatur, –20% Stromaufnahme, Null Schwarzstreifen im HDPE

Am 2. Juli 2024 besuchte das MoldingVPS-Team León, Guanajuato, um Tests des Einar 201-Additivs in Zusammenarbeit mit GEA Biodegradables bei Novatec Pagani durchzuführen, einem nationalen Marktführer in der Herstellung von Kunststoffbehältern. Die Ergebnisse waren eindeutig: 10°C Reduktion im Zylindertemperaturprofil, 20% Reduzierung der Stromaufnahme und vollständige Eliminierung von Schwarzstreifendefekten. Nachfolgend die vollständige technische Analyse dieser Industriefallstudie.

Einar 201-Erfahrung bei Novatec Pagani – HDPE-Spritzguss-Additivtest

Novatec Pagani: Mexikos führender Kunststoffbehälterhersteller

Novatec Pagani ist ein national anerkanntes mexikanisches Unternehmen und einer der wichtigsten Hersteller von Kunststoffbehältern und -recipienten im Land. Das Portfolio umfasst Behälter aller Art, Größe, Material und Farbe für Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetik- und Industriesektoren.

Mit hochfrequenten Produktionslinien und mehreren Formtechnologien — Spritzguss, Blasformen und Rotationsformen — repräsentiert Novatec Pagani genau den Unternehmenstyp, bei dem Prozessoptimierung direkte und messbare wirtschaftliche Auswirkungen hat.

Was ist Einar 201 und wie funktioniert es?

Einar 201 ist ein Verarbeitungsadditiv für Kunststoffe, das von GEA Biodegradables entwickelt wurde und speziell zur Verbesserung der Schmelzfluidität und zur Reduzierung der inneren Reibung in Zylinder, Schnecke und Werkzeug formuliert wurde.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Schmiermitteln wirkt Einar 201 als pflanzliches Verarbeitungsmittel (plant-based), was es grundlegend von traditionellen petrochemischen Additiven unterscheidet:

  • Reduzierung der effektiven Viskosität des Polymerschmelze ohne Beeinträchtigung der mechanischen Endeigenschaften
  • Verringerung der Reibung an der Metall-Polymer-Grenzfläche
  • Verbesserung der Dispersion von Pigmenten und Masterbatches
  • Eliminierung von Verkohlungsablagerungen (Ursache der Schwarzstreifen) im Zylinderinneren
  • Erleichterung des Flusses in komplexen Geometrien und Dünnwandbereichen

Eigenschaften und Zertifizierungen von Einar 201

Zertifizierung / EigenschaftDetail
FDAZugelassen für Lebensmittelkontakt
RoHSFrei von beschränkten gefährlichen Stoffen
REACHKonform mit europäischer Chemikalienverordnung
HerkunftPflanzenbasis, 100% umweltfreundlich
KompatibilitätHDPE, LDPE, PP, ABS, PET, PS, PVC und Blends
Typische Dosierung0,5% – 1,5% Gewichtsanteil auf Basismaterial
PräsentationGranulat oder Pulver, einfache Tricherintegration

Einar 201 Kunststoffadditiv FDA RoHS REACH Zertifizierungen biologisch abbaubar GEA Biodegradables

Versuchsaufbau: Reines HDPE + Einar 201 bei 0,8%

Basismaterial: Reines HDPE (Polyethylen hoher Dichte) Additiv: Einar 201 bei 0,8 Gewichtsprozent Masterbatch: Produktionsfarbstoff Kavitätenkonfiguration: 2+2 (vier Gesamtkavitäten) Teilegewicht: 40 Gramm (einschließlich Anguss und Zulaufsystem) Prozess: Industrieller Spritzguss

Prozessparameter vor und nach Einar 201

ParameterVor Einar 201Nach Einar 201Änderung
Zone 1 TemperaturT BasisT Basis – 10°C–10°C
Zone 2 TemperaturT BasisT Basis – 10°C–10°C
Zone 3 TemperaturT BasisT Basis – 10°C–10°C
Zone 4 TemperaturT BasisT Basis – 10°C–10°C
DüsentemperaturT BasisT Basis – 10°C–10°C
Stromaufnahme (Einspritzung)100% Referenz80% Referenz–20%
Stromaufnahme (Plastifizierung)100% Referenz80% Referenz–20%
EinspritzdruckKeine bedeutende ÄnderungKeine bedeutende Änderung<1%
EinspritzgeschwindigkeitKeine bedeutende ÄnderungKeine bedeutende Änderung<1%
ZykluszeitKeine bedeutende ÄnderungKeine bedeutende Änderung<1%

Quantifizierte technische Ergebnisse

KennzahlVorherNachherVerbesserung
Zylindertemperatur (alle Zonen)T Referenz–10°C (–18°F)10°C/Zone Reduzierung
Stromaufnahme (Einspritzung)100%80%–20%
Stromaufnahme (Plastifizierung)100%80%–20%
SchwarzstreifendefektVorhandenEliminiert100% Eliminierung
FarbdispersionInkonsistentGleichmäßig und zufriedenstellendQualitative Verbesserung
Destruktive TestsVariabelInnerhalb NenntoleranzVollständige Konformität

Zylindertemperatursenkung: –10°C über alle Zonen

Die gleichmäßige Reduzierung um 10°C (18°F) über alle Zylinderzonen einschließlich Düse ist eine der wirkungsvollsten Verbesserungen. Niedrigere Temperaturen bedeuten:

  1. Weniger thermischer Abbau des HDPE, direkte Eliminierung der Ursache von Schwarzstreifen
  2. Direkte Energieeinsparungen bei Zylinderheizungen
  3. Verlängerte Lebensdauer von Schnecke, Zylinder und Düse
  4. Bessere Oberflächenqualität durch weniger degradiertes Material

Stromaufnahmereduzierung: –20% bei Einspritzung und Plastifizierung

Die 20%ige Reduzierung der Stromaufnahme ist das wirtschaftlich greifbarste Ergebnis. Bei einer Maschine mit 15 kW Gesamtverbrauch und 20 Betriebsstunden täglich bedeutet dies:

  • Tägliche Einsparung pro Maschine: ~$9 USD
  • Monatliche Einsparung bei 10 Maschinen: ~$2.700 USD

Dieser Betrag übersteigt in den meisten Fällen die Kosten des verwendeten Additivs bei weitem.

Defektbeseitigung: Schwarzstreifen und Farbdispersion

Schwarzstreifen entstehen durch thermisch degradiertes Material an Zylinderwänden. Einar 201 wirkt durch zwei simultane Mechanismen:

  1. Reduzierung der Prozesstemperatur — Minimierung thermischer Degradation an der Quelle
  2. Sanfte Reinigungswirkung — Lösung und Ausreinigung von Verkohlungsablagerungen

Bei Novatec Pagani wurde vollständige Eliminierung dieses Defekts erzielt. Die verbesserte Farbdispersion resultiert aus dem besseren rheologischen Verhalten des HDPE mit Einar 201.

Wirtschaftliche Analyse

EinsparpotenzialMechanismusGeschätzte Auswirkung
–20% StromaufnahmeGeringerer MotorstromverbrauchHoch
–10°C ZylindertemperaturGeringerer HeizungsverbrauchMittel-Hoch
SchwarzstreifeneliminierungWeniger Ausschuss und NachbearbeitungMittel
Bessere FarbdispersionMögliche Masterbatch-% ReduzierungMittel

Wann Einar 201 in Ihrem Formprozess einsetzen?

Einar 201 ist besonders empfehlenswert bei:

  • Schwarzstreifen oder dunklen Schlieren treten regelmäßig auf
  • Ungleichmäßige Farbstoff- oder Masterbatchdispersion zwischen Kavitäten
  • Hohem Energieverbrauch in der Anlage ohne neue Maschinenindvestitionen
  • Hochviskosen Materialien wie HDPE, PP, LDPE, ABS
  • Fließproblemen in komplexen Geometrien oder Dünnwandteilen
  • Ökologischen Alternativen zu petrochemischen Prozessadditiven gesucht werden

GEA Biodegradables Einar 201 pflanzliches Kunststoffverarbeitungsadditiv umweltfreundlich

Fazit: Einar 201 beweist seinen Wert unter realen Industriebedingungen

Die Fallstudie bei Novatec Pagani zeigt paradigmatisch, wie ein gut formuliertes Verarbeitungsadditiv die Leistung einer bestehenden Produktionslinie transformieren kann. Die Ergebnisse sprechen für sich:

  • –10°C im gesamten Zylindertemperaturprofil
  • –20% Stromaufnahme bei Einspritzung und Plastifizierung
  • Vollständige Eliminierung von Schwarzstreifen
  • Gleichmäßige und zufriedenstellende Farbdispersion
  • Destruktive Tests innerhalb der Nenntoleranz
  • Prozessanpassungen unter 1%

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