Definition
Zykluszeit ist die gesamte Zeit, die eine Spritzgießmaschine benötigt, um ein Teil zu produzieren, gemessen vom Werkzeug-Schließen bis zum nächsten Schließen. Sie ist der wichtigste wirtschaftliche Indikator des Prozesses: Jede eingesparte Sekunde multipliziert sich mit der Kavitätenzahl und dem Jahresvolumen.
Phasen des Zyklus
- Werkzeug schließen und Schließdruck aufbringen
- Einspritzen (dynamisches Füllen der Kavität)
- Nachdruck (Drucknachhaltung)
- Kühlen und Plastifizieren parallel
- Werkzeug öffnen
- Teil entformen und Roboterbewegung
Typische Werte pro Teil
- Kleine Teile (<10 g): 5 – 15 s
- Mittlere Deckel und Behälter: 8 – 25 s
- Große Gehäuse (>200 g): 25 – 60 s
- Technische Teile mit Einlegern: 30 – 90 s Das Kühlen macht meist 50 – 70 % der Gesamtzykluszeit aus.
Einflussgrößen auf die Zykluszeit
Wandstärke (quadratischer Zusammenhang mit der Kühlung), Harzart (teilkristallin > amorph), Auslegung der Kühlkanäle, Einspritzprofil, Roboter-/EOAT-Effizienz und Totzeit durch schweres Entformen.
Reduzierung der Zykluszeit
Konturnahe Kühlung optimieren, Einspritzgeschwindigkeitsprofil anpassen, Kavitäten balancieren, Heißkanal mit Nadelverschluss, Plastifizieren parallel zum Öffnen, unnötige Roboterbewegungen eliminieren.
Synonyme