Definition
Spritzgießzyklus (Molding Cycle) ist die vollständige Phasenfolge zur Herstellung eines spritzgegossenen Teils, vom Schließen des Werkzeugs bis zum nächsten Öffnen. Jede Phase bringt eine Zeit ein und gemeinsam bestimmen sie die Produktivität der Maschine.
Phasen des Zyklus
- Werkzeug schließen und Schließkraft aufbringen
- Einspritzen: die Schnecke fördert die Schmelze gemäß Geschwindigkeitsprofil in die Kavität
- Nachdruck (Hold): konstanter Druck zum Ausgleich der Schwindung während der Anfangskühlung
- Kühlen + Plastifizieren: die Schnecke dreht und bereitet den nächsten Schuss vor, während das Teil abkühlt
- Werkzeug öffnen
- Entformen und Roboter- / EOAT-Bewegung
Typische Zeiten
- Schließen und Öffnen: 0,5 – 2 s
- Einspritzen: 0,3 – 5 s je nach Schussvolumen
- Nachdruck: 2 – 10 s
- Kühlen: 4 – 40 s (meist dominante Phase, 50 – 70 % des Zyklus)
- Entformen + Roboter: 0,5 – 3 s
Optimierung
Konturnahe Kühlkanäle, mehrstufiges Einspritzprofil, Plastifizieren parallel zum Öffnen, Nadelverschluss-Heißkanal für sauberen Verschluss und Eliminierung von Totzeiten auf der Roboterseite.
Unterschied zur Zykluszeit
"Spritzgießzyklus" beschreibt die Phasen; "Zykluszeit" ist der numerische Gesamtwert in Sekunden, der im OEE der Zelle berichtet wird.
Synonyme