Definition
Schwindung (Shrinkage) ist die Maßreduktion eines spritzgegossenen Teils beim Übergang von Schmelze zu Festkörper und beim Abkühlen auf Raumtemperatur. Sie ist eine harzspezifische Eigenschaft und muss bereits bei der Werkzeugauslegung durch Skalierung der Kavitäten kompensiert werden.
Schwindungsarten
- Volumetrisch: tritt während der Kühlung im Werkzeug auf, durch Nachdruck teilweise kompensiert.
- Linear-Verarbeitungsschwund: 24 h nach Entformung gemessen, Katalogwert in %.
- Nachschwindung: läuft bis zu einer Woche oder länger weiter, besonders bei teilkristallinen Harzen.
Typische Werte nach Harz
- PP: 1,2 – 2,5 %
- HDPE: 1,5 – 3,0 %
- PA (Nylon): 1,0 – 2,5 %
- POM: 1,8 – 2,5 %
- ABS: 0,4 – 0,7 % (amorph, sehr gering)
- PC: 0,5 – 0,7 %
- PS: 0,3 – 0,6 %
Einflussgrößen
Wandstärke, Werkzeugtemperatur (höhere T → mehr Kristallinität → mehr Schwindung bei teilkristallinen Harzen), Nachdruck, Nachdruckzeit, Fließrichtung und Verstärkung (Glasfaser reduziert die richtungsabhängige Schwindung um 50 – 70 %).
Verwandte Probleme
Verzug durch ungleichmäßige richtungsabhängige Schwindung, Einfallstellen in dicken Bereichen mit zu geringem Nachdruck und innere Lunker.
Synonyme