Definition
Amorph beschreibt einen thermoplastischen Kunststoff, dessen Molekülketten keine kristalline Ordnung aufweisen. Die Moleküle ordnen sich zufällig an, ohne regelmäßige periodische Struktur, was dem Material ein meist transparentes Aussehen und einen geringen Schwund verleiht.
Verhalten im Spritzguss
Amorphe Kunststoffe besitzen keinen definierten Schmelzpunkt, sondern eine Glasübergangstemperatur (Tg), oberhalb derer die Schmelze allmählich weich wird. Das macht sie leicht verarbeitbar und gibt ihnen ein breiteres Verarbeitungsfenster als teilkristalline Materialien.
Typische Eigenschaften
- Verarbeitungsschwund: 0,4 – 0,7 % (sehr gering)
- Hohe optische Transparenz (ABS, PC, PMMA, PS)
- Gute Dimensionsstabilität
- Geringere chemische Beständigkeit als teilkristalline Polymere
Beispiele für amorphe Polymere
ABS, Polycarbonat (PC), Polystyrol (PS), PMMA (Acrylglas), Hart-PVC und PEI.
Häufige Probleme
Spannungsrissbildung durch Chemikalien (ESC), Kerbempfindlichkeit und Oberflächenkratzer. Für Außenanwendungen sind oft UV- oder Schlagzähadditive erforderlich.
Synonyme