Definition
Synthetisches Material, das aus organischen Substanzen wie Erdöl gewonnen wird und die Fähigkeit besitzt, geformt und an verschiedene Formen und Verwendungen angepasst zu werden.
Definition
Synthetisches Material, das aus organischen Substanzen wie Erdöl gewonnen wird und die Fähigkeit besitzt, geformt und an verschiedene Formen und Verwendungen angepasst zu werden.
**Additiv (Additive)** ist eine in kleinen Mengen (typisch 0,05 – 10 %) zum Basispolymer hinzugefügte Substanz, die dessen Eigenschaften modifiziert, die Verarbeitbarkeit verbessert oder die Lebensdauer verlängert. Die Kunststoffindustrie ist auf Additive angewiesen, um die Anforderungen jeder Anwendung zu erfüllen. ## Hauptfamilien - **Antioxidantien**: primäre (sterisch gehinderte Phenole) + sekundäre (Phosphite) Stabilisatoren. Verhindern oxidative Degradation - **UV-/Lichtstabilisatoren**: HALS, UV-Absorber. Schutz vor Photodegradation - **Gleitmittel / Trennmittel**: Stearate, Wachse. Verbessern Verarbeitung und Entformung - **Antistatika**: ethoxylierte Amide. Dissipieren elektrostatische Ladung - **Flammschutzmittel (FR)**: bromiert, phosphor-, halogenhaltig, Synergisten. UL94, V0/V2 - **Weichmacher**: Phthalate, Adipate, Citrate. Weich-PVC - **Nukleierungsmittel / Klärungsmittel**: beschleunigen Kristallisation (PP), erhöhen Klarheit - **Pigmente und Farbstoffe**: anorganisch (TiO2, Oxide), organisch (Azo, Phthalocyanine), Masterbatches - **Füllstoffe und Verstärkungen**: Talkum, CaCO3, Glasfaser, Kohlefaser - **Schlagzähmodifikatoren**: EPDM, MBS, Acrylate ## Zugabeformat - **Masterbatch**: konzentriertes Additiv (20 – 50 %) im Granulat, 1 – 10 % zum Neumaterial dosiert - **Compounded Grade**: bereits vom Hersteller mit integrierten Additiven (FR-PP, glasgefülltes PA) - **Flüssigdosierung**: flüssige Additive direkt in die Schnecke ## Überlegungen - Verträglichkeit mit dem Basisharz - Ausblühen (Blooming / Bleeding) bei Überschreiten der Löslichkeitsgrenze - Migration in Lebensmittelkontakt (FDA-/EU-Regulierung) - Kosten: TiO2 kann 30 – 50 % der Compound-Kosten ausmachen - Recyclingfähigkeit: viele Additive überstehen das Regrind, andere degradieren
**Polymer** ist ein Makromolekül, gebildet durch die wiederholte kovalente Verknüpfung vieler kleiner Einheiten, der **Monomere**. Es ist die molekulare Grundlage aller Kunststoffe, Kautschuke, Fasern und vieler biologischer Materialien (Proteine, Zellulose, DNA). ## Klassifizierung nach Herkunft - **Natürlich**: Zellulose, Stärke, Proteine, Naturkautschuk, Lignin - **Synthetisch**: PE, PP, PVC, PS, PET, PA, PC, ABS… (Großteil des Marktes) - **Halbsynthetisch**: Rayon, Zelluloseacetat, modifizierte Naturkautschuk-Derivate ## Klassifizierung nach Architektur - **Linear**: gerade Ketten (HDPE, PA 66, PS) - **Verzweigt**: Ketten mit Verzweigungen (LDPE, ABS) - **Vernetzt (Crosslinked)**: PE-X, vulkanisierter Kautschuk, Duroplaste - **Dendritisch**: baumartige Strukturen (Spezialität) ## Klassifizierung nach Wärmeverhalten - **Thermoplaste**: schmelzen und werden reversibel umgeformt (PP, PE, PA, PC) - **Duroplaste**: chemisch ausgehärtet, kein erneutes Schmelzen (Epoxid, Phenol) - **Elastomere**: flexibel, kehren nach Verformung zurück (Kautschuk, TPE) ## Klassifizierung nach Zusammensetzung - **Homopolymere**: ein einziges Monomer (PE, PP-H) - **Copolymere**: zwei oder mehr Monomere (ABS = Acrylnitril + Butadien + Styrol) - **Blends**: zwei physisch gemischte Polymere (PC/ABS, PA/PPS) ## Strukturabhängige Schlüsseleigenschaften - **Molmasse**: Steifigkeit und Verarbeitbarkeit - **Molmassenverteilung**: Prozessfenster und Zähigkeit - **Kristallinität**: Steifigkeit, Opazität, Schwindung - **Polarität der Kette**: Chemikalienbeständigkeit, Haftung, Transparenz
Synthetisches Material, das in der Industrie weit verbreitet ist und durch die Polymerisation organischer Verbindungen hergestellt wird, was zu einer harten und vielseitigen Substanz führt.
**Thermoplast** ist ein Polymer, das beim Erhitzen über seine Schmelz- oder Glasübergangstemperatur erweicht und wieder schmilzt und beim Abkühlen wieder erstarrt — ohne dauerhafte chemische Reaktion. Diese Reversibilität ermöglicht Spritzguss, Extrusion und mechanisches Recycling der meisten Kunststoffe. ## Thermoplast vs. Duroplast - **Thermoplast**: lineare oder verzweigte Ketten ohne chemische Vernetzungen. Schmilzt und lässt sich umformen (PP, PE, ABS, PC, PA, PET, POM). - **Duroplast** (Thermoset): vernetzt chemisch beim Aushärten (Phenol-, Epoxid-, Melaminharze). Nicht wieder schmelzbar; erneutes Erhitzen führt nur zur Zersetzung. ## Klassifizierung der Thermoplaste - **Massenkunststoffe**: PP, PE-HD/LD, PS, PVC, PET → hohes Volumen, niedrige Kosten - **Technische Kunststoffe**: ABS, PA (Nylon), PC, POM, PMMA, PBT → bessere Mechanik - **Hochleistung**: PEEK, PPS, PSU, PEI, LCP → hohe Dauergebrauchstemperatur, teuer - Nach Struktur: amorph (PC, PS, ABS) vs. teilkristallin (PP, PE, PA, POM) ## Verarbeitbarkeit Nahezu jeder Thermoplast lässt sich spritzgießen, extrudieren, thermoformen, blasformen und rotationsformen. Teilkristalline Typen erfordern präzise Werkzeugtemperaturen zur Kristallinitätskontrolle; amorphe vertragen breitere Fenster. ## Recyclingfähigkeit und Wiederverwendung Die thermische Reversibilität erlaubt das Mahlen und Wiederverarbeiten von Scrap (Regrind) bis zu 20 – 30 % mit Neuware ohne deutlichen Eigenschaftsverlust — abhängig vom Polymer. Additive, Fremdharz-Kontamination und akkumulierte thermische Schädigung begrenzen die Zahl der Zyklen.
**Duroplast (Thermoset)** ist das Polymer, das während der Verarbeitung eine chemische Vernetzungsreaktion (Härtung) durchläuft, die permanente kovalente Bindungen zwischen den Ketten erzeugt. Einmal ausgehärtet, **kann es nicht mehr geschmolzen werden**; erneutes Erhitzen führt nur zur Zersetzung. ## Grundunterschied zu Thermoplasten | | Duroplast | Thermoplast | |---|---|---| | Verarbeitung | Einmal (chemisch gehärtet) | Mehrfach thermisch | | Recycling | Schwierig (nur als Füllstoff) | Einfach (Regrind) | | Struktur | 3D-vernetztes Netzwerk | Unabhängige Ketten | | Scrap-Nutzung | Nicht wiederverarbeitbar | Wiederverarbeitbar | | Wärmebeständigkeit | Bis zur Zersetzung | Bis Tm oder Tg | ## Kommerzielle Duroplaste - **Phenolharz (PF, Bakelit)**: der erste synthetische Kunststoff, weiter eingesetzt - **Epoxid**: Klebstoffe, Beschichtungen, strukturelle Composite - **Ungesättigtes Polyester (UP)**: Glasfaser, Gelcoat - **Vinylester**: verbesserte Polyester, chemisch und mechanisch - **Melaminharz (MF)**: Geschirr, Schichtstoffe - **Harnstoff-Formaldehyd (UF)**: Holzspanplatten - **Polyurethan (PU)**: Schäume, RIM - **Vulkanisiertes Silikon**: Dichtungen, Vulkanisate ## Verarbeitungsverfahren - **Pressen (Compression Molding)**: klassisch, einfach, langsam - **Spritzpressen (Transfer Molding)**: komplexer, höhere Qualität - **Duroplast-Spritzguss**: Spezialmaschinen mit kaltem Zylinder - **RIM**: zwei flüssige Komponenten reagieren im Werkzeug - **Pultrusion**: kontinuierliche Profile mit Faser - **Handlaminieren**: große Teile manuell ## Vorteile - Sehr hohe Wärmebeständigkeit (Epoxid: 200 °C; Phenolharz: 300 °C) - Hervorragende Dimensionsstabilität - Überlegene Chemikalienbeständigkeit - Kein Kriechen unter Last (im Gegensatz zu Thermoplasten) - Gute elektrische Isolierung ## Einschränkungen - Am Lebensende nicht recyclingfähig - Lange Härtungszeit bei einigen Verfahren - Spröde ohne Faserverstärkung - Risiko von Restmonomeren (Formaldehyd, Styrol) während der Aushärtung