Definition
Thermoplast ist ein Polymer, das beim Erhitzen über seine Schmelz- oder Glasübergangstemperatur erweicht und wieder schmilzt und beim Abkühlen wieder erstarrt — ohne dauerhafte chemische Reaktion. Diese Reversibilität ermöglicht Spritzguss, Extrusion und mechanisches Recycling der meisten Kunststoffe.
Thermoplast vs. Duroplast
- Thermoplast: lineare oder verzweigte Ketten ohne chemische Vernetzungen. Schmilzt und lässt sich umformen (PP, PE, ABS, PC, PA, PET, POM).
- Duroplast (Thermoset): vernetzt chemisch beim Aushärten (Phenol-, Epoxid-, Melaminharze). Nicht wieder schmelzbar; erneutes Erhitzen führt nur zur Zersetzung.
Klassifizierung der Thermoplaste
- Massenkunststoffe: PP, PE-HD/LD, PS, PVC, PET → hohes Volumen, niedrige Kosten
- Technische Kunststoffe: ABS, PA (Nylon), PC, POM, PMMA, PBT → bessere Mechanik
- Hochleistung: PEEK, PPS, PSU, PEI, LCP → hohe Dauergebrauchstemperatur, teuer
- Nach Struktur: amorph (PC, PS, ABS) vs. teilkristallin (PP, PE, PA, POM)
Verarbeitbarkeit
Nahezu jeder Thermoplast lässt sich spritzgießen, extrudieren, thermoformen, blasformen und rotationsformen. Teilkristalline Typen erfordern präzise Werkzeugtemperaturen zur Kristallinitätskontrolle; amorphe vertragen breitere Fenster.
Recyclingfähigkeit und Wiederverwendung
Die thermische Reversibilität erlaubt das Mahlen und Wiederverarbeiten von Scrap (Regrind) bis zu 20 – 30 % mit Neuware ohne deutlichen Eigenschaftsverlust — abhängig vom Polymer. Additive, Fremdharz-Kontamination und akkumulierte thermische Schädigung begrenzen die Zahl der Zyklen.
Synonyme