Definition
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist ein amorpher Terpolymer-Thermoplast, weit verbreitet wegen seiner Kombination aus Steifigkeit, Zähigkeit und ausgezeichnetem Oberflächenfinish. Seine drei Monomere bringen unterschiedliche Eigenschaften ein: Acrylnitril (Chemikalienbeständigkeit), Butadien (Schlagzähigkeit), Styrol (Verarbeitbarkeit).
Schlüsseleigenschaften
- Dichte: 1,04 – 1,07 g/cm³
- Dauergebrauchstemperatur: -20 bis 80 °C
- HDT (Wärmeformbeständigkeit): 80 – 100 °C
- Schlagzähigkeit: 200 – 500 J/m (Izod, gekerbt)
- Verarbeitungsschwund: 0,4 – 0,7 % (sehr gering, typisch amorph)
Verarbeitungsparameter
- Massetemperatur: 220 – 260 °C
- Werkzeugtemperatur: 40 – 80 °C
- Vortrocknung: 4 h bei 80 – 90 °C (hygroskopisch, absorbiert 0,2 – 0,5 % Feuchte)
- Mittlere bis hohe Einspritzgeschwindigkeit
Typische Anwendungen
- Haushaltsgeräte (Staubsaugergehäuse, Monitore)
- Automotive (Innenraum, Grills, Paneele)
- Elektronik (PC- und Telefongehäuse)
- Spielzeug (LEGO® ist ABS)
- Nicht-sterile Medizingeräte
Häufige Defekte
Splay (silberne Streifen) durch nicht entfernte Feuchte, Sprödigkeit durch übermäßige Schmelzedegradation, gelbe Streifen auf weißen Teilen durch schlechte Mischung, und schlechte Lackhaftung ohne Vorbehandlung (Beflammen oder Primer).
Varianten und Blends
- Schlagzähe, hochfließende, plattierbare und FR-Typen (flammgeschützt)
- PC/ABS: dominanter Blend im Automotive-Interieur und in der Elektronik
- ASA: wie ABS, aber UV-beständig (Acrylat ersetzt Butadien)
Synonyme