Definition
Copolymer ist ein Polymer, das aus zwei oder mehr chemisch unterschiedlichen Monomeren in einer einzigen Kette gebildet wird. Es ist die Grundlage der meisten modernen Kunststoffe: Es kombiniert die Eigenschaften jedes Monomers zu Materialien mit überlegener Steifigkeits-/Schlagzähigkeits-/Chemikalienbeständigkeits-Balance.
Copolymertypen
- Zufalls-Copolymer (random): Monomere zufällig verteilt. Bsp.: EVA, Random PP
- Alternierend: A-B-A-B-A-B... (in kommerziellen Kunststoffen selten)
- Block: A-A-A-B-B-B-A-A-A... Bsp.: SBS, Block-PP (schlagzäh)
- Pfropf (Graft): A-Hauptkette mit B-Verzweigungen. Bsp.: ABS, HIPS
- Statistisch: ähnlich Random, jedoch mit struktureller Tendenz
Wichtige kommerzielle Beispiele
- EVA (Ethylen-Vinylacetat): PE + Acetat → flexibel, transparent, versiegelbar; Sohlen, Folien
- POM-Copolymer: Formaldehyd + Ethylenoxid; hydrolysestabiler als POM-Homopolymer
- Schlagzähes PP (PP-B): PP-Matrix + EPDM-Domänen; Tieftemperatur-Zähigkeit
- ABS: Styrol + Acrylnitril + pfropf-polymerisiertes Butadien; Steifigkeit + Schlagzähigkeit + Chemie
- PET-G: PET mit CHDM als drittem Monomer; amorph, transparent, leicht thermoformbar
- PVDF-Copolymer: mit HFP; verbesserte Flexibilität
Vorteile der Copolymerisation
- Feinabstimmung der Eigenschaften (Tg, Transparenz, Schlagzähigkeit, Fließverhalten)
- Bessere Verträglichkeit mit Additiven / Füllstoffen
- Bessere Verarbeitbarkeit ohne Mechanikverlust
- Maßgeschneidertes Design für die jeweilige Anwendung
Vs. Homopolymer
| Homopolymer | Copolymer | |
|---|---|---|
| Strukturelle Reinheit | hoch | mittel |
| Kristallinität | höher | meist geringer |
| Steifigkeit | höher | geringer (abhängig) |
| Schlagzähigkeit | geringer | höher (mit Kautschuk-Domänen) |
| Transparenz | variabel | oft verbessert |
Synonyme