Definition
Duroplast (Thermoset) ist das Polymer, das während der Verarbeitung eine chemische Vernetzungsreaktion (Härtung) durchläuft, die permanente kovalente Bindungen zwischen den Ketten erzeugt. Einmal ausgehärtet, kann es nicht mehr geschmolzen werden; erneutes Erhitzen führt nur zur Zersetzung.
Grundunterschied zu Thermoplasten
| Duroplast | Thermoplast | |
|---|---|---|
| Verarbeitung | Einmal (chemisch gehärtet) | Mehrfach thermisch |
| Recycling | Schwierig (nur als Füllstoff) | Einfach (Regrind) |
| Struktur | 3D-vernetztes Netzwerk | Unabhängige Ketten |
| Scrap-Nutzung | Nicht wiederverarbeitbar | Wiederverarbeitbar |
| Wärmebeständigkeit | Bis zur Zersetzung | Bis Tm oder Tg |
Kommerzielle Duroplaste
- Phenolharz (PF, Bakelit): der erste synthetische Kunststoff, weiter eingesetzt
- Epoxid: Klebstoffe, Beschichtungen, strukturelle Composite
- Ungesättigtes Polyester (UP): Glasfaser, Gelcoat
- Vinylester: verbesserte Polyester, chemisch und mechanisch
- Melaminharz (MF): Geschirr, Schichtstoffe
- Harnstoff-Formaldehyd (UF): Holzspanplatten
- Polyurethan (PU): Schäume, RIM
- Vulkanisiertes Silikon: Dichtungen, Vulkanisate
Verarbeitungsverfahren
- Pressen (Compression Molding): klassisch, einfach, langsam
- Spritzpressen (Transfer Molding): komplexer, höhere Qualität
- Duroplast-Spritzguss: Spezialmaschinen mit kaltem Zylinder
- RIM: zwei flüssige Komponenten reagieren im Werkzeug
- Pultrusion: kontinuierliche Profile mit Faser
- Handlaminieren: große Teile manuell
Vorteile
- Sehr hohe Wärmebeständigkeit (Epoxid: 200 °C; Phenolharz: 300 °C)
- Hervorragende Dimensionsstabilität
- Überlegene Chemikalienbeständigkeit
- Kein Kriechen unter Last (im Gegensatz zu Thermoplasten)
- Gute elektrische Isolierung
Einschränkungen
- Am Lebensende nicht recyclingfähig
- Lange Härtungszeit bei einigen Verfahren
- Spröde ohne Faserverstärkung
- Risiko von Restmonomeren (Formaldehyd, Styrol) während der Aushärtung
Synonyme