Definition
Regrind (Mahlgut) ist Kunststoff, der durch Vermahlen von Angüssen, Sprues, fehlerhaften Teilen oder Spülmaterial gewonnen und mit Neuware vermischt wieder dem Prozess zugeführt wird. Es ist ein zentrales Werkzeug für Nachhaltigkeit und Kostensenkung im Spritzguss.
Warum Regrind einsetzen
Verwertet die ~20 – 30 % unvermeidlichen Abfall aus Kaltkanälen und senkt die Rohstoffkosten um 5 – 25 % bei geringerem CO₂-Fußabdruck. Bei unkritischen Teilen ist reines oder fast reines Regrind voll einsetzbar.
Typische Anteile (Regrind/Neuware)
- Sicht- / Technische Teile: 10 – 20 %
- Strukturteile ohne Sicht: 20 – 50 %
- Innen- / unkritische Teile: 50 – 100 %
- Einige Harze (PVC, PE): bis 100 % in freigegebenen Anwendungen
Anlagentechnik
- Mühle (Granulator): rotierende Messer, Siebkalibrierung
- Mahlgutgröße: 3 – 8 mm für homogene Mischung mit Neuware
- Beside-the-press: Mühle direkt neben der Maschine, Regrind wird via Blower in den Trichter zurückgeführt
- Magnet + Metalldetektor: Pflicht zum Schutz der Schnecke
- Volumetrischer oder gravimetrischer Mischer: dosiert Regrind und Neuware in festgelegtem Verhältnis
Einschränkungen und Probleme
- Kumulierte thermische Schädigung pro Verarbeitungszyklus (sinkt Viskosität, Eigenschaften)
- Verunreinigung mit Fremdharz führt zu Delamination oder Bruch
- Vergilbung oder Vergrauung bei nicht pigmentierten Harzen
- Eigenschaftsverlust bei Mehrfach-Regrind
- FDA-/Medizin-/Automotive-Vorschriften verbieten nicht zertifiziertes Regrind
Unzulässige Anwendungen
FDA-Lebensmittelkontakt, Medizinprodukte Klasse II/III, strukturelle Crash-Teile im Automotive und bestimmte Kinderspielzeuge unter spezifischer Regelung.
Synonyme