Definition
Schnecke (Screw) ist das schraubenförmige Bauteil im Zylinder der Einspritzeinheit. Sie rotiert um ihre Achse, um Granulat einzuziehen, zu plastifizieren (zu schmelzen) und zu dosieren; beim Einspritzen wirkt sie als Kolben und drückt die Schmelze ins Werkzeug.
Schneckenaufbau
Drei Funktionszonen über die Länge:
- Einzugszone (Feed): tief, nimmt Granulat aus dem Trichter. 50 – 60 % der Länge
- Kompressionszone: Tiefe nimmt ab, verdichtet und beginnt zu schmelzen. 20 – 30 %
- Meteringzone (Dosierung): minimale konstante Tiefe, homogenisiert und dosiert. 20 %
Geometrische Parameter
- Durchmesser (D): 18 – 200 mm bei kommerziellen Maschinen
- L/D-Verhältnis: 18:1 bis 24:1 Standard; bis 30:1 für hohe Mischung
- Kompressionsverhältnis: 2,0:1 bis 3,5:1 je nach Harz
- Werkstoff: nitrierter Stahl (Standard), Bimetall (PVC, Flammschutz), Wolframkarbid-Beschichtung (Glasfaser)
Spezialschnecken
- Barriere-Schnecke: teilt den Kanal in zwei für besseres Schmelzen
- Mischschnecke: mit zusätzlichen Mischelementen
- Für PVC: niedriges Kompressionsverhältnis, keine Heißzone
- Für faserverstärkte Materialien: wenig Scherung, um Fasern nicht zu brechen
Wartung
- Sichtprüfung alle 6 Monate
- Durchmesser- und Spielmessung mit Dreipunkt-Mikrometer
- Typischer Austausch: 1 – 3 Mio. Zyklen je nach Harzabrasivität
- Verschleißindikatoren: Schussgewichtsschwankung, instabiles Polster, ungleichmäßige Farbe
Häufige Probleme
Stegverschleiß durch abrasive Harze, Korrosion durch PVC ohne passende Beschichtung, Granulatbrücken im Einzug durch Feuchte oder unregelmäßige Korngröße, und verschlissene Rückstromsperre, die beim Einspritzen Material zurückfließen lässt.
Synonyme