Spritzeinheit
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Verwandte Begriffe
- ZylinderMaschinen
Wesentliches Bauteil der Spritzeinheit. Seine Hauptfunktion besteht darin, das Material zu enthalten, zu schmelzen und zu homogenisieren sowie die Menge des in die Form einzuspritzenden Kunststoffs zu dosieren.
- TrichterMaschinen
**Trichter (Hopper)** ist der kegelförmige Behälter über der Einspritzeinheit, der die Granulat-Pellets speichert und sie durch die Einzugsöffnung schwerkraftgespeist in den Zylinder leitet. Er ist die erste Qualitätskontrollstation für das Material im Prozess. ## Funktion und Bauarten - **Maschinentrichter**: direkt über dem Einzug, Kapazität 20 – 80 kg - **Trocknungstrichter (Drying Hopper)**: mit Trockenmittel oder Warmluft, unverzichtbar für hygroskopische Harze - **Mischertrichter (Blender Hopper)**: dosiert Neuware, Regrind, Masterbatch vor dem Zylinder - **Zentral- / Loader-Trichter**: großer Silo mit Loadern, die automatisch nachfüllen ## Typische Komponenten - Konischer Körper (60° Fließwinkel für freien Fluss) - Seltenerd-Magnet: hält ferromagnetische Partikel zurück - Metalldetektor oder Induktivsensor - Sichtfenster oder Füllstandsensor - Schieber (Slide Gate) für schnellen Materialwechsel - Gekühlte Einzugsöffnung: verhindert, dass Zylinderwärme Pellets im Trichter aufschmilzt ## Kapazität und Verweilzeit - Empfohlene Verweilzeit: 15 – 30 min für nichthygroskopische Harze, bis 4 – 6 h für PET im Trockner - Typische Kapazität: Schussgewicht × 2 – 4 h Produktion ## Häufige Probleme - **Bridging**: Pellets bilden eine "Brücke" über dem Einzug. Abhilfe: Klopfer, Vibration, steilerer Kegel - **Rat-holing**: Fluss nur durch die Mitte, Material stagniert an den Wänden - **Kreuzkontamination** zwischen Materialwechseln ohne Reinigung - **Kondensation** in kaltem Trichter bei heißem Harz: Tau wird wieder aufgenommen - **Ausfall der Einzugskühlung**: Pellets schmelzen und blockieren den Einzug
- SpritzgießmaschineMaschinen
Komplexes Industriegerät zur Herstellung von Produkten durch Einspritzen geschmolzenen Materials in Werkzeuge, bestehend aus einer Spritzeinheit und einer Schließeinheit.
- DüseMaschinen
Anpassbare Vorrichtung am vorderen Ende des Spritzzylinders, die die Spritzeinheit mit dem Werkzeug verbindet und das Kunststoffmaterial geschmolzen hält.
- SchneckeMaschinen
**Schnecke (Screw)** ist das schraubenförmige Bauteil im Zylinder der Einspritzeinheit. Sie rotiert um ihre Achse, um Granulat einzuziehen, zu plastifizieren (zu schmelzen) und zu dosieren; beim Einspritzen wirkt sie als Kolben und drückt die Schmelze ins Werkzeug. ## Schneckenaufbau Drei Funktionszonen über die Länge: 1. **Einzugszone (Feed)**: tief, nimmt Granulat aus dem Trichter. 50 – 60 % der Länge 2. **Kompressionszone**: Tiefe nimmt ab, verdichtet und beginnt zu schmelzen. 20 – 30 % 3. **Meteringzone (Dosierung)**: minimale konstante Tiefe, homogenisiert und dosiert. 20 % ## Geometrische Parameter - **Durchmesser (D)**: 18 – 200 mm bei kommerziellen Maschinen - **L/D-Verhältnis**: 18:1 bis 24:1 Standard; bis 30:1 für hohe Mischung - **Kompressionsverhältnis**: 2,0:1 bis 3,5:1 je nach Harz - **Werkstoff**: nitrierter Stahl (Standard), Bimetall (PVC, Flammschutz), Wolframkarbid-Beschichtung (Glasfaser) ## Spezialschnecken - **Barriere-Schnecke**: teilt den Kanal in zwei für besseres Schmelzen - **Mischschnecke**: mit zusätzlichen Mischelementen - **Für PVC**: niedriges Kompressionsverhältnis, keine Heißzone - **Für faserverstärkte Materialien**: wenig Scherung, um Fasern nicht zu brechen ## Wartung - Sichtprüfung alle 6 Monate - Durchmesser- und Spielmessung mit Dreipunkt-Mikrometer - Typischer Austausch: 1 – 3 Mio. Zyklen je nach Harzabrasivität - Verschleißindikatoren: Schussgewichtsschwankung, instabiles Polster, ungleichmäßige Farbe ## Häufige Probleme Stegverschleiß durch abrasive Harze, Korrosion durch PVC ohne passende Beschichtung, Granulatbrücken im Einzug durch Feuchte oder unregelmäßige Korngröße, und verschlissene Rückstromsperre, die beim Einspritzen Material zurückfließen lässt.