Definition
Einspritzdruck (Injection Pressure) ist der Druck, den die Schnecke beim dynamischen Füllen bis zum Umschaltpunkt auf die Schmelze ausübt. Er ist Ergebnis des Prozesses, kein Sollwert: er steigt so weit, wie nötig, um die programmierte Einspritzgeschwindigkeit zu halten.
Druckarten
- Plastisch (Ppsi): tatsächlicher Druck am Material, in bar
- Hydraulisch (Hpsi): Öldruck im Hydraulikzylinder
- Beziehung: Ppsi = Hpsi × Intensivierungsverhältnis (typisch 10:1 bis 15:1 je nach Schneckendurchmesser)
Typische Werte je Harz
- Standardharze (PE, PP): 400 – 1200 bar plastisch
- Technische Harze (ABS, PC, PA): 700 – 1800 bar
- Faserverstärkt: 1000 – 2200 bar
- Hochviskose Harze (PEEK, PSU): bis 2500 bar
- Moderne Maschinen: max. 2400 bar
Warum wichtig
Sättigt der Druck (Maschinenmaximum), sinkt die Geschwindigkeit und das Teil füllt langsamer → kalte Schmelze, kalte Bindenähte, Kurzschuss. So konstruieren, dass keine Sättigung auftritt: Gates, Runner, Wandstärke vergrößern oder Fließweg verkürzen.
Diagnose
- Reproduzierbare Spitzen: stabiler Prozess
- Steigende Spitzen: verschlissene Rückstromsperre, Kontamination, teilweise blockierter Anspritzpunkt
- Fallende Spitzen: Werkzeugtemperatur steigt, Anspritzpunkt verschleißt
Optimierung
Massetemperatur erhöhen, Gates erweitern, höher fließendes Harz (höherer MFI) wählen, oder auf Maschine mit höherem Druck wechseln (bei gut konstruierten Werkzeugen selten nötig).
Synonyme