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Schließkraft / Tonnage

Auch bekannt als: clamp force · clamping force · força de fechamento · fuerza de cierre · schließkraft · tonnage · zuhaltekraft · 锁模力

Prozess

Definition

Die Schließkraft (Zuhaltekraft, Tonnage) ist die Kraft, mit der die Maschine die Werkzeughälften gegen den Druck der Schmelze beim Einspritzen und Nachdrücken geschlossen hält. Ist sie kleiner als die öffnende Kraft, trennt sich die Trennebene und das Teil bildet Grat — deshalb ist die richtige Auslegung eine der ersten Entscheidungen bei der Maschinenwahl.

Schließkraft berechnen

Die Standardschätzung: Schließkraft = projizierte Fläche × Werkzeugfaktor

  • Projizierte Fläche ist die Fläche von Teil und Anguss in Öffnungsrichtung (in² oder cm²).
  • Der Werkzeugfaktor (siehe Tonnagefaktor) ist ein empirischer Druck in Tonnen pro in² (oder bar Werkzeuginnendruck).

Beispiel: 50 in² bei 3 t/in² ergeben 50 × 3 = 150 US-Tonnen; mit ~10 % Reserve wählt man eine Maschine um 165–200 t.

Typische Werkzeugfaktoren

Kunststoff / SituationWerkzeugfaktor (t/in²)
Leichtfließende Standardkunststoffe (PE, PP)2–3
Allgemeine technische Kunststoffe (ABS, PA, PC)3–5
Dünnwandig, lange Fließwege, glasfasergefüllt5–8

Metrische Faustregel: Schließkraft in kN ≈ projizierte Fläche (cm²) × Werkzeuginnendruck (bar) ÷ 10.

Warum wichtig

  • Zu gering: Grat, Maßabweichungen und Werkzeugöffnen beim Nachdrücken — siehe Grat.
  • Zu hoch: zerdrückte Entlüftungen und Dichtkanten, schnellerer Verschleiß, Energieverschwendung und unnötig große Maschinen.

Die Maschine wird meist über die Geschätzte erforderliche Tonnage plus Reserve ausgelegt, ohne in eine überdimensionierte Maschine zu investieren.

Verwandte Begriffe

Was ist die Schließkraft beim Spritzgießen?

Es ist die Kraft, die das Werkzeug gegen den Einspritzdruck geschlossen hält, angegeben in Tonnen (oder kN). Zu wenig, und das Werkzeug öffnet, das Teil bildet Grat.

Wie berechnet man die Schließkraft?

Projizierte Fläche mit einem Werkzeugfaktor (t/in²) multiplizieren und ~10 % Reserve addieren. 50 in² bei 3 t/in² ergeben etwa 150 t, also wählt man eine Maschine um 165–200 t.

Was passiert bei zu geringer Schließkraft?

Der Schmelzedruck drückt die Trennebene auf — es entstehen Grat, schwerere und maßlich instabile Teile und schließlich Schäden an den Dichtkanten des Werkzeugs.

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