Definition
Feuchtigkeitsanalysator (Moisture Analyzer) ist das Messgerät, das den Wassergehalt des Harzes vor der Verarbeitung misst und verifiziert, dass die Trocknung ausreichend war. Es ist die letzte Verteidigungslinie gegen Feuchtigkeitsfehler: Splay, Blasen, Hydrolyse (chemische Schädigung) und instabile Maße.
Messprinzipien
- Trocknungsverlust (LOD): erhitzt die Probe bis Gewichtskonstanz. Günstig, langsam (15 – 30 min)
- Karl Fischer: chemische Titration mit wasserspezifischem Reagenz. Sehr genau (±10 ppm). Referenzstandard.
- Coulometric: automatisierte Karl-Fischer-Variante, schnell (3 – 8 min)
- Kapazitiv / dielektrisch: inline, überwacht Feuchte kontinuierlich im Trocknertrichter
Typische Maximalwerte
- PA 6 / PA 66: <0,15 – 0,20 %
- PC: <0,02 %
- PET: <0,005 % (50 ppm)
- ABS: <0,10 %
- PBT: <0,04 %
- PP, PE: keine routinemäßige Messung nötig (nicht hygroskopisch)
Ideales Verfahren in der Fertigung
- Probe aus dem Trichter direkt über dem Einzug
- Größe: 5 – 10 g
- Messung mit Karl Fischer (Labor) oder LOD-Analysator (Produktion)
- Jede Charge im Prozessprotokoll erfassen
- Häufigkeit: bei jedem Materialwechsel und einmal pro Schicht
Kommerzielle Geräte
- Karl Fischer: Metrohm, Mettler Toledo
- Kompakte LOD-Geräte: Sartorius, A&D, OHAUS
- Inline (dielektrisch): Process Sensors, Aboniq
Häufige Fehler
Kalibrierung ohne Standardprobe geprüft, Ofenkontamination (Vorrückstände), unzureichende Probenmenge und Probenahmleitung vor der Entnahme nicht gespült (Umgebungsfeuchte).
Synonyme