Definition
Vom automatisierten System gesteuerter Prozess, von der Dosierung und Erwärmung des Kunststoffs bis zum Öffnen, Schließen und Auswerfen des Werkzeugs mit Hilfsmitteln wie Roboterarmen und Förderbändern.
Definition
Vom automatisierten System gesteuerter Prozess, von der Dosierung und Erwärmung des Kunststoffs bis zum Öffnen, Schließen und Auswerfen des Werkzeugs mit Hilfsmitteln wie Roboterarmen und Förderbändern.
**EOAT (End-Of-Arm-Tooling)** ist das Werkzeug am Handgelenk eines Industrieroboters, das frisch entformte Teile handhabt: aus dem Werkzeug entnehmen, positionieren, Anguss trennen, stapeln oder an Folgeprozesse übergeben. Es ist die mechanische Schnittstelle zwischen Roboter und Teil. ## Rolle des EOAT im Spritzguss Das EOAT fährt beim Öffnen ins Werkzeug, greift das Teil mit Saugnäpfen oder Greifern, entfernt ggf. den Anguss und legt das Teil auf einem Förderband oder einer Arbeitsstation ab. Seine Auslegung bestimmt die Entnahmezeit —typisch 0,5 bis 3 s— und damit einen relevanten Anteil der Gesamtzykluszeit. ## Übliche Komponenten - Grundplatte mit Roboteranschluss - Vakuumsauger (für ebene, glatte Flächen) - Pneumatische oder elektrische Greifer (für Teile ohne Sauggeometrie) - Anwesenheitssensoren und Vakuumschalter - Anguss-Trennscheren (Sprue Cutter) - Pneumatik mit Steuerventilen ## EOAT-Bauformen - Vorgefertigt für einfache Teile - Maßgeschneidert in Aluminium oder 3D-gedruckt für komplexe Geometrien - Modular rekonfigurierbar (Profilsysteme 30×30 mm) - Multi-Teil für Familienwerkzeuge oder Mehrkavitäten ## Auslegung und häufige Probleme Übergewicht (verlangsamt den Roboter), Kollision mit dem Werkzeug, Vakuumverlust an porösen Flächen, Greiferverschleiß und Fehlausrichtung beim Wiedereinfahren. Abhilfe durch Bahnsimulation, redundante Sensorik und vorbeugende Wartung.
**Spritzgießzyklus (Molding Cycle)** ist die vollständige Phasenfolge zur Herstellung eines spritzgegossenen Teils, vom Schließen des Werkzeugs bis zum nächsten Öffnen. Jede Phase bringt eine Zeit ein und gemeinsam bestimmen sie die Produktivität der Maschine. ## Phasen des Zyklus 1. **Werkzeug schließen** und Schließkraft aufbringen 2. **Einspritzen**: die Schnecke fördert die Schmelze gemäß Geschwindigkeitsprofil in die Kavität 3. **Nachdruck (Hold)**: konstanter Druck zum Ausgleich der Schwindung während der Anfangskühlung 4. **Kühlen + Plastifizieren**: die Schnecke dreht und bereitet den nächsten Schuss vor, während das Teil abkühlt 5. **Werkzeug öffnen** 6. **Entformen** und Roboter- / EOAT-Bewegung ## Typische Zeiten - Schließen und Öffnen: 0,5 – 2 s - Einspritzen: 0,3 – 5 s je nach Schussvolumen - Nachdruck: 2 – 10 s - Kühlen: 4 – 40 s (meist dominante Phase, 50 – 70 % des Zyklus) - Entformen + Roboter: 0,5 – 3 s ## Optimierung Konturnahe Kühlkanäle, mehrstufiges Einspritzprofil, Plastifizieren parallel zum Öffnen, Nadelverschluss-Heißkanal für sauberen Verschluss und Eliminierung von Totzeiten auf der Roboterseite. ## Unterschied zur Zykluszeit "Spritzgießzyklus" beschreibt die Phasen; "Zykluszeit" ist der numerische Gesamtwert in Sekunden, der im OEE der Zelle berichtet wird.
Teil des Spritzgießzyklus, in dem das Formteil nach dem Abkühlen aus der Form ausgeworfen wird. Dies kann durch Schwerkraft, manuell oder mit einem Roboterarm erfolgen.
Zyklus, bei dem einige Phasen automatisch von der Maschine ausgeführt werden, während andere manuell vom Bediener durchgeführt werden. Er kombiniert Präzision und Geschwindigkeit der Automatisierung mit den Fähigkeiten und der Kontrolle des Bedieners.