Definition
Der Düsenspitzenradius (kurz Düsenradius) ist der kugelförmige Radius am Ende der Maschinendüse. Er muss zum konkaven Radius der Angussbuchse im Werkzeug passen, damit beide beim Andocken der Düse dicht aufeinander sitzen.
Standardradien
Die beiden gängigsten (SPI-)Standards sind 1/2″ (12,7 mm) und 3/4″ (19,05 mm). Düsenradius und Angussbuchsenradius müssen zur selben Familie gehören — eine 1/2″-Düse dichtet nicht in einer 3/4″-Buchse.
Die Anpassungsregel
Zwei klassische Regeln halten die Trennstelle dicht:
- Radius: der Düsenspitzenradius sollte etwa 1/16″ (1,5 mm) kleiner sein als der Sitzradius der Angussbuchse, damit der Kontakt am inneren Ring erfolgt und voll abdichtet.
- Bohrung: die Düsenbohrung sollte etwa 0,5–1 mm kleiner sein als die Eintrittsbohrung der Angussbuchse, damit der abgekühlte Anguss ohne Hinterschnitt sauber zieht.
Warum wichtig
Eine Fehlpaarung hinterlässt einen Spalt an der Trennstelle: dort tritt Material aus oder bildet Grat, der Anguss bleibt hängen, es entstehen Kaltpfropfen und die thermische Abdichtung geht verloren. Korrekte Radiuspaarung ist Teil der Grundeinstellung Düse-zu-Werkzeug und verhindert eine ganze Klasse von Anguss-Fehlern.
Welchen Radius sollte die Düsenspitze haben?
An das Werkzeug anpassen: dieselbe Standardfamilie (1/2″ oder 3/4″) wie die Angussbuchse, wobei der Düsenradius etwa 1/16″ (1,5 mm) kleiner als der Buchsen-Sitzradius ist, für eine dichte Abdichtung.
Wie passt man die Düse an die Angussbuchse an?
Den Radius etwa 1,5 mm kleiner und die Düsenbohrung etwa 0,5–1 mm kleiner als die Angussbuchse halten. Das dichtet den Kontakt ab und lässt den Anguss ohne Hinterschnitt lösen.